Mit Ehrenbürgerin Kirsten Bruhn aus Eutin

Shownotes

Sie hat einen Schicksalsschlag erlebt, der ihr Leben für immer verändert hat und wurde trotzdem zur Paralympics-Legende. Nach einem schweren Motorradunfall kämpfte sich Kirsten Bruhn zurück und gewann drei Goldmedaillen bei drei Paralympischen Spielen. Im Gespräch mit Frank erzählt sie von ihrem Weg zurück ins Leben, von Rückschlägen, Erfolgen und warum Aufgeben für sie nie infrage kam.

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00:00:00: Schleswig-Holstein ist ein Land voller Menschen, Macher und Persönlichkeiten.

00:00:06: Uns erzählen sie ihre Geschichte!

00:00:17: Sie ist die frisch gebackene Ehrenbürgerin Schleswig-Holsteins.

00:00:21: Nach einem Motorradunfall in den Neunzigern ist sie auf den Rollstuhl angewiesen, doch statt aufzugeben wurde sie zu einer der erfolgreichsten Paralympics Schwimmerinnen der Welt.

00:00:30: Drei Goldmedaillen bei drei Paralypics infolge unzählige Weltrekorde und ein beeindruckender Weg zurück ins Leben.

00:00:36: Herzlich willkommen, Kirsten Brun aus Eutien!

00:00:39: Kirstenkappe Ein Ershaar.

00:00:41: Original Podcast

00:00:44: Kirstens, zunächst einmal finde ich es toll dass wir uns hier treffen.

00:00:47: Ja, finde ich auch.

00:00:49: Ich will natürlich erst mal wissen ... Küstenkopf bist du ja, weil du aus Autin kommst?

00:00:53: Wie viel verbindet dich denn noch mit deiner Heimatstadt?

00:00:55: Hauptsächlich Erinnerung.

00:00:57: Ich war keine drei Jahre.

00:01:00: da sind wir oder ich war drei Jahre genau so.

00:01:02: Da sind wir dann von Autinen nach einer Münsterfinal gezogen und insofern mag man mir glaub ich auch glauben dass sich mehr Erinnerungen als alles andere haben.

00:01:12: Jetzt bist du ja in der Reihe mit Helmut Schmitz, Siegfried Lenz, Armin Müller-Stahl, Heidi Simonis und so weiter.

00:01:19: Ehrenbürgerin des Landes für sich Holstein geworden.

00:01:21: Herzlichen Glückwunsch auch von uns dazu.

00:01:22: natürlich noch mal!

00:01:24: Was ist das für ein Gefühl?

00:01:26: Das ist ein sehr erhabenes Gefühl, aber gleichzeitig auch

00:01:33: sehr

00:01:33: surreal.

00:01:35: Das ist etwas was ich nicht so richtig greifen kann, da ich ja im Pragmat bin fühlen müsste können und auch begreifen, im Sinne von festgreifen können müsste.

00:01:46: um sie auch wirklich zu verinnerlichen braucht es glaube ich noch ein bisschen bis ich das so angenommen habe und auch wahrnehmen kann.

00:01:57: Wir kennen dich ja als erfolgreiche Schwimmerin, Paralympics Gewinnerin Weltrekordschwimmerin.

00:02:05: wer bist du heute?

00:02:08: Ja, das bin ich heute immer noch.

00:02:09: Ich bin immer noch die jüngste Tochter von Mutter und Palern und immer noch das Jüngste von fünf Kindern.

00:02:15: Und ja, die ehemalige Paralympische Athletin fiel jetzt im Sport unterwegs.

00:02:20: auch zum Glück.

00:02:21: beruflich darf ich das durch meine Botschaft der Tätigkeit vom Unfallkrankenhaus Berlin für Prävention, Rehabilitation und Sport.

00:02:28: Kann zum Glück viel mit jungen Menschen arbeiten so dass ich da wirklich das Gefühl habe und auch durch die Feedbacks, die ich bekomme etwas Sinnvolles und sinnhaftig wicken zu können.

00:02:40: ja.

00:02:41: Kirsten wenn wir jetzt zurückgucken in die in die neunziger dort ist das passiert was dein Leben schwerwiegend verändert hat.

00:02:49: du hattest einen Motorradunfall ein ganz neues Kapitel in deinem Leben.

00:02:57: Erst mal zunächst einmal das zu verarbeiten und damit erst mal klar kommen, wenn du dich jetzt zurück erinnerst, welche Gefühle kommen da in dir hoch?

00:03:10: Auch das ist etwas was mich ja so unfassbar getroffen hat.

00:03:15: So schwer und nachhaltig wie nichts anderes zuvor und seither auch nur noch ... gehen meiner Mama und meines Bruders.

00:03:25: Aber wenn man etwas an seinem eigenen Körper so erlebt, auch das Schmerzhaft ist, was letztendlich ja auch das Leben weiterhin prägt ... dann ist es auf die fünfunddreißig Jahre Entfernung irgendwie etwas, was zwar da war, was immer noch sehr real ist aber irgendwie doch ... sich ein bisschen mindert in seiner Stärke weil dieser Schmerzen und dieses Ungewisse Die sind zwar immer noch da, aber ich hab so ein bisschen die Oberhand bekommen in der Art und Weise als dass ich meinen Körper wieder dirigiere.

00:04:02: Und das war damals ja gar nicht der Fall.

00:04:06: Dass ich jetzt halt nicht mehr diese Angst habe vor dem was kommt weil ich einfach gelernt habe damit umzugehen.

00:04:14: Was nicht heißt ist ... Ich mir nicht gerne diesen Punkt und diesen Unfall erspart hat.

00:04:22: Und vor allem nicht diese Diagnose.

00:04:24: Es gibt einige, die ich über die Jahre kennengelernt habe, Querschnittgelehm im Rollstuhl, die dankbar sind für diesen Unfallen und für die Situation, dass sie jetzt ein Match mit einer Behinderung sind.

00:04:34: Also das bin ich definitiv nicht.

00:04:35: Ich bin einfach nur dankbar darum, dass ich es einigermaßen auf die Reihe bekommen und dass sich halt durch meine Erfahrungen anderen vielleicht ihren Weg leichter machen

00:04:45: kann.".

00:04:46: Die Diagnese kannst du noch mal allen erklären was du für eine Diagnosse bekommen hast?

00:04:51: Aufgrund einer Trummerfaktur des ersten Lendenwirbelkörpers ist das eine inkomplete Querschnittlimo.

00:04:58: Inkomplett heißt, dass ich noch Restfunktionen in den Beinen habe und ganz explizit im Oberschenkeln.

00:05:04: Da hab' ich den Quadrizeps noch.

00:05:06: Ich hab gelesen, dass du manchmal oder dass es immer noch vorkommt, dass wenn du irgendwo in Gesellschaft bist oder unterwegs bist ... Und dann gucken Leute, also gucken hin oder gucken dich an, dass man manchmal noch so richtig daunt ist und das es dich dann sehr trifft, weil wie gucken die Leute denn eigentlich?

00:05:28: Wie muss man sich das vorstellen.

00:05:29: Ich finde das immer ganz interessant oder ganz wichtig!

00:05:31: Ich habe ein Kind mit Einschränkungen.

00:05:33: deswegen sind wir hier auf einem Förderzentrum in Sondert-Epilepsie und da bin ich natürlich auch regelmäßig auf Veranstaltung.

00:05:38: Da sind viele Kinder mit körperlichen Einschränkungen, da find' ich's immer wichtig, dass ich denen auch möglichst normal begegne.

00:05:45: Für meine kleine Tochter war das schwer, die hat gesagt ich gucke dann doch immer hin weil manche sind dann auch wirklich schwerstbehindert und haben sehr starke Einschränkungen.

00:05:53: aber ich finde es immer wichtig den Kindern normal zu begegnen und möglichst auf sie zuzugehen und ihnen das Gefühl hoffentlich zu geben ihr seid für mich part of the team, ihr seid von mir normal.

00:06:03: Aber was löst das in dir aus?

00:06:05: Was sind das für Momente?

00:06:06: ist es eher deins oder ist das der andern?

00:06:09: Welchen Thema ist das?

00:06:11: Na ja, das ist natürlich schwer zu beurteilen.

00:06:13: Weil ich nur in mir selber drinstecke und auch meine Wahrnehmung letztendlich lesen kann und fühlen kann.

00:06:20: Es ist nicht immer so weit, dass die Leute gucken.

00:06:22: Das ist schon klar.

00:06:24: Aber wie sie halt gucken ... Wenn man dann beim Weitergehen sich seinen Hals verdreht und möglichst noch gegen die nächste Laterne läuft, weil man den Blick vor mir nicht abwenden kann, dann ist da schon etwas, wo ich mich frage, warum jetzt?

00:06:40: Das ist definitiv nicht, weil derjenige denkt, oh, das ist ja irgendwie hübsch oder was weiß ich.

00:06:44: Es ist immer gleich so dieses O-Gardt mit der passiert und owei owei.

00:06:49: Und das finde ich, das tut nicht not.

00:06:51: Das macht man unbewusst mit jemandem eine Schwerbehinderung hat die man nie mal nicht ansieht auch nicht.

00:06:58: Ja.

00:06:59: So... Und dieses Wort normal, das is ja relativ.

00:07:02: also ... Wenn wir jetzt vom Olympischen und Paralympischen Sport reden, dann sagen ja auch wieder die Parasportler oder die normalen Sportler.

00:07:08: Also keiner von den olympischen Athleten ist normal.

00:07:11: Normal bedeutet Durchschnitt und kein Spitzen-Sportler ist Durchschnitt.

00:07:14: Richtig!

00:07:15: Also müssen wir auch das mal so ein bisschen relativieren.

00:07:18: Ich finde ... Ja, gucken kann man um Gottes Willen?

00:07:22: Und auch bitte fragen... Aber man sollte irgendwie so ... Den Verstand und auch die Wirkung seines Tunes auch Mitbekommen.

00:07:34: Und das ist bei vielen Menschen irgendwie nicht da?

00:07:38: Ja, also die Empfindung hab ich eben auch oftmals, dass sie Leute das gar nicht selbst gar nicht wahrnehmen wie sie wirken und wie sie gucken und was sie

00:07:45: tun

00:07:47: hat glaube ich dann vielleicht auch etwas damit zu tun, dass die Leute das im Alltag vielleicht gar nicht müssen oder es nicht gefordert ist und nicht empathisch ist.

00:07:53: Gibt ja viele Menschen, die auch gar nicht empathische sind, die sich gar nicht an der Reihen denken können, die gar nicht wissen, was das bedeutet vielleicht oder die's wirklich gar nicht merken, Schauen, wie sie schauen.

00:08:05: Wie ist es denn gewesen ... Als du jetzt wieder in dein ... Wenn du dich zurückerdest, bist du in deinen Freundeskreis gekommen damals?

00:08:12: Wie sind die damit umgegangen?

00:08:15: Sehr sehr viel mit Unsicherheit.

00:08:18: Ja klar.

00:08:18: Gehemmtheit

00:08:19: auch und natürlich auch Traurigkeit so.

00:08:22: Und das kann man ja alles nachvollziehen mein Gott!

00:08:26: Es ist aber in der Tat so dass ob nun bewusst oder unbewusst sich der Freundes Kreise bis auf glaubt, drei komplett gedreht und gewandelt hat.

00:08:38: Ob das jetzt generell so in diesem Altersphasenrahmen mit einundzwanzig dann irgendwie auch der Fall ist?

00:08:46: Weil von der Schule weg ins Studium im Beruf whatever ... Das mag auch noch mal einen Grund sein also dass jetzt nur so ursprünglich und ursäglich auf den Unfall und meinen Querschnitt zurück zu entschuldigen oder beantworten würde ich jetzt für zu einfach und auch für nicht unbedingt richtig ansehen.

00:09:07: Aber es ist allgemein so, dass natürlich alle unsicher waren und gehemmt waren ... Und ja, natürlich auch erst mal traurig und geschockt war.

00:09:14: Klar!

00:09:16: Aber wir wollen darüber reden wie diese Kettwende kamen.

00:09:18: Das heißt also, wie für dich sozusagen aus diesem Tief dann plötzlich auch ein Hoch wurde beziehungsweise eine Motivation.

00:09:26: Ich packe jetzt an, ich schaff das.

00:09:28: Wo war dieser Tiefpunkt?

00:09:30: Wie ist die Wende zustande gekommen?

00:09:34: Der Tiefpunkt war definitiv, als ich das erste Mal am Wochenende nach Hause durfte aus der Reha-Klinik.

00:09:43: Und es ja bedeutet da öffnen sich auch immer nicht die Türen von alleine.

00:09:46: Es ist nicht alles ebenerdig und rolligerecht.

00:09:50: Und vor allen Dingen hat man ja die Erinnerung an alles das was vorher war.

00:09:54: wie hast du dich in deinen Räumlichkeiten vorher bewegt?

00:09:57: In unserem Familienhaus Elternhaus haben die Kinder alle oben gelebt.

00:10:02: Und ich hab mir viele, viele Jahre mit einem Geschwister hier, egal ob Bruder oder Schwestern ein Zimmer geteilt

00:10:08: und

00:10:08: wir hatten oben die Zimmer- und einen Badezimmer und waren da eher mehr oder weniger bis auf das wir uns keine Küche oben hatten, war man ja auch Tag.

00:10:17: Jetzt hat meine Eltern das die erste Zeit nach unten verlegt so dass meine Eltern oben geschlafen haben und ich dann halt im Schlafzimmer meine Eltern... Das kriegte ich nicht koordiniert Verständnis für mein Leben, für meinen Wohlgefühl und so.

00:10:32: Und das war noch mal traumatisierend ja.

00:10:35: Das jetzt nicht nur ... Mein Körper anders war und meine Wahrnehmung meines Lebens sondern eben auch noch mein Umfeld und meine Komfortzone komplett jetzt irgendwie da war... Da gehören meine Eltern hin und ich.

00:10:50: Also es war

00:10:50: improvisiert!

00:10:50: Es war jetzt nicht schon alles umgebaut, sondern es war erst einmal so, wir machen es erstmal so damit wir jetzt irgendwie klarkommen.

00:10:56: Das hast du auch genauso empfunden, dass es eine improvisierte Situation war, die du gar nicht so wolltest.

00:11:01: Eigentlich wolltest du so wie's immer war.

00:11:03: Das wollen ja Kinder eigentlich sowieso immer.

00:11:06: Genau das war definitiv von meinen Eltern erstmal diese erste Möglichkeit um mir das einigermaßen einfach zu gestalten.

00:11:13: Und es brauchte dann irgendwie auch eine Zeit, bis ich den Mut hatte zu sagen, nee.

00:11:18: Ich möchte das alles wieder nach oben haben und wenn ich die Treppe hoch- und runterkrabbeln, ist das so?

00:11:23: Dann muss ich mich neu organisieren und strukturieren, dass ich weiß, ich kann nicht mal eben hochhüpfen und das holen und jenes wollen.

00:11:30: Ich muss dann oben mich fertig machen und nehme einen Rucksack und hab dann alles mit unten was ich so brauche.

00:11:37: Da habe ich einfach gemerkt ... Es braucht alles unfassbar mehr Zeit Und es ist so umständlich.

00:11:45: Spontanität und Leichtigkeit waren von jetzt auf gleichflöten, das ist etwas, was mir heute noch sehr schwer fällt.

00:11:54: Da war sicher auch oftmals richtig Wut im Spiel oder?

00:11:58: Kein Bevorstehen ...

00:11:59: Aber niemals Wut an andere immer.

00:12:01: Ja, aber gegen die Situation an sich oder diesen Zustand wahrscheinlich, dass man sich da richtig ... Deine Eltern, die sind damit umgegangen haben versucht mit relativ normal umzugehen.

00:12:13: Hast du sie auch traurig, klar.

00:12:15: Aber auch Wein gesehen, ständig Mitleidend gesehen oder ... das Weniger?

00:12:23: Das ist etwas, was ich auch ... Ich werde immer weniger begreifen und war es ja in der Situation noch so, dass zeigt gleich mein zwei Jahre älterer Bruder, der vor zehn Jahren verstorben ist, auch im Krankenhaus war.

00:12:37: Da wurde Herz transplantiert.

00:12:39: Der lag in Kiel in der Uni.

00:12:41: Und ich halt in Hamburg-Burbark Und meine Mutter hat dann ... mein Bruder hat mich besucht und zusätzlich auch noch gearbeitet.

00:12:50: Ich weiß gar nicht, wie sie das auf Dreh gekriegt haben um Papa ja genauso.

00:12:53: Die haben sich dann irgendwie aufgeteilt und abgesprochen.

00:12:57: Das muss die unverdünnte Hölle gewesen sein für meinen Eltern.

00:13:01: Demzufolge haben Sie versucht uns unser Lieblingsessen zu machen und mitzubringen weil Krankenhaus-Essen ist jetzt nicht schlecht aber es ist halt auch nicht so lecker wie ich das was Mama macht!

00:13:14: Doch,

00:13:16: es ist auch oft schlecht.

00:13:23: Das war früher was ja noch mal anders.

00:13:24: Da war ja irgendwie ... Mischbrot und Tee, war der Tee.

00:13:31: Und dann wär das was?

00:13:32: Ja!

00:13:33: Es

00:13:34: gibt ja auch nicht unbedingt was, was jetzt irgendwie dir so sehr am Herzen liegt und was so nette Erinnerungen hochholt.

00:13:40: Das hat Mama denn halt gemacht oder mitgebracht.

00:13:42: Keine Ahnung wie, aber sie hat es geschafft ... und hat dann erzählt von der Familie.

00:13:47: Ich war bis dahin zwei Mal Tante, der ist grade Ende Juno vorher geboren.

00:13:53: Also war grad mal ein paar Wochen alt.

00:13:55: Und dann hat sie erzählt, was die so alles machen.

00:13:58: Der Fokus weg von mir, von Therapie.

00:14:00: Wie geht es dir?

00:14:01: Hast du Schmerzen?

00:14:02: Sondern mal ein bisschen ... Die andere Welt auch beäugen und das fand ich immer unfassbar schön.

00:14:08: Ob sich das jetzt bewusst gemacht hat oder nicht, ich denke schon, dass da auch bewusst sein dabei war.

00:14:14: Das tat mir sehr gut.

00:14:16: War allerdings auch danach immer... Also der Mensch ist wirklich ein Phänomen.

00:14:22: Sein Universum ist ja in dem Moment.

00:14:26: Mein Universum war in dem Moment das Krankenhaus.

00:14:29: Und die Ärzte und die, die mit mir das Zimmer teilten.

00:14:32: Wir hatten ein Vierer-Zimmer ... Das ist ja ein relativ kleines Universum aber das hat mich schon herausgefordert.

00:14:39: Wenn dann Mama da war oder Papa oder andere Familienmitglieder, hab ich gemerkt, da ist ja noch was anderes.

00:14:46: Das kriegste irgendwie gar nicht mit!

00:14:48: Das hat man dann auch eine Zeit lang irgendwie nochmal so durchdacht, aber dann war es wieder weg.

00:14:52: Aber das kam natürlich mit einer Brachian-Gewalt wieder, wenn ich am Wochenende zu Hause war oder entlassen wurde und konkret zuhause war.

00:15:00: Dann musst du diese Welten noch mal mehr miteinander koordinieren und übereinkriegen.

00:15:05: Und das ist echt noch einmal ein ganz dickes Brett!

00:15:09: Das glaube ich... kamst dir wieder in, dass sich selber fühlen.

00:15:14: Und ich glaub das war ja auch glaube ich der Switch in der Reha die du hattest, glaube ich in Mecklenburg-Vorpommern?

00:15:19: Hattest du eine Reha und in dieser Reha ... War dir das irgendwie... Ich sag mir jetzt nicht zu blöd aber du hast da irgendwelche Bastlarbeiten gemacht und so und hast gedacht so äh Leute Ich will irgendwas machen, was mich irgendwie ... ja.

00:15:36: Was mich fordert oder ich will mich selber spüren und dann durftest du ins Therapie becken?

00:15:42: Richtig!

00:15:42: Also duftest so dort hin.

00:15:44: Erzähl mal wie war das?

00:15:45: Wie kamst du da obdreien in das Becken?

00:15:48: Ja, das Bein hat echt so eine Geschichte.

00:15:50: Sie schreibt nur das Leben.

00:15:53: Wir hatten an dem Tag die Möglichkeit, dass du entweder halt Makramé machst oder den Film Schreck guckst.

00:16:00: Damals hiel ich für

00:16:01: Schreck.

00:16:03: Schreck ist ein süßer Film, aber damals war es für mich einfach nur ein Schreck.

00:16:08: Und ich hab gesagt, oh nee, dafür bist du jetzt hier nicht und du möchtest dich körperlich verausgaben.

00:16:15: Du möchtes irgendwie dich bewegen.

00:16:17: das was ja meine Meinung nach auch eine Reha verinnerlichen sollte dass der Körper bewegt wird in meinem Fall.

00:16:24: Und habt dann gefragt ob das möglich sei?

00:16:26: Dann wurde ich halt gefragt was ich am liebsten tätig bin seiner her schwimmen so.

00:16:31: Und da war das Problem, dass am achtzehn Uhr das Becken eigentlich geschlossen war und dann aber ein Therapeuten meinte so ich würde dich beäugen.

00:16:40: Ich mache dann überstunden nicht aufsichtige Dich.

00:16:44: Das war so ein Domino-Steineffekt weil es brauchte wirklich keine Woche.

00:16:50: Da war denn diese Teamarbeit nur der Gesellschaft oder Sozialarbeiter, was gesagt?

00:16:57: Komponente die waren fast leer.

00:16:59: Die meisten waren in diesem Becken, weil sie sich bewegen wollten oder zumindest nicht basteln wollten.

00:17:07: Und ich hab einfach nur dieses Gefühl vom Wasser, was mich ja immer so erfüllt hat auch vor dem Unfall ... Das war, glaub ich, diese Parallele um mich wieder wohlzufühlen und ein Gefühl zu haben für Leichtigkeit, die mir von jetzt auf gleich genommen wurde dass ich zumindest das mal wiedergespürt hab.

00:17:29: Dass bei Weitem nicht die Bewegungsabläufe waren, wie ich es gewohnt war, sondern ganz andere ... Das war erst mal dann nicht so schlimm.

00:17:39: Für mich war dieser Klogeruch und dieses Gefühl von Wasser um mich herum, das hat mir einfach nur gut getan.

00:17:45: Normalität irgendwie?

00:17:46: So ein Normalitätsgefühl wahrscheinlich.

00:17:48: Und diese Leichtigkeit, die einem Wasser ja auch gibt.

00:17:51: Ich bin immer sehr gerne im Wasser, kein guter Schwimmer.

00:17:55: Die Erfrischung, also diese Abkühlung des Körpers.

00:17:58: Also ein Stück weit diesen Wellness-Effekt wie Saunaeffekt.

00:18:01: Danach fühlt man sich einfach irgendwie erfrischt und ja erquickt wenn man das noch sagen will.

00:18:06: Und kann ganz anders denken.

00:18:08: So hab ich immer das Gefühl, wenn ich morgens fragen gehe hier raus.

00:18:11: Ja und nach

00:18:12: und nach war glaube ich auch noch ein Aspekt der ... ich nicht im Rollstuhl sitzen musste.

00:18:18: Ich konnte etwas außerhalb des Rollstühls machen und ich musste nicht sitzen, sondern ich konnte so in der Waagerechten irgendwie mich bewegen, mich fühlen, mich spüren ... Ja?

00:18:29: Und hab unbewusst gemerkt, dass ich dann doch Dinge ansteuer von meinem Körper sprich die Beine und den unteren Rücken, die ich halt gegen die Schwerkraft, gegen die Erdanschungskraft so nicht irgendwie abrufen konnte.

00:18:45: Das war schön.

00:18:46: Das war irgendwie so ein kleiner Vortritt.

00:18:50: Ja, und dann ... Wie kam's denn dazu, dass du gemerkt hast, da ist mehr drin?

00:18:55: Wie gut warst du vorher im Schwimmen vor diesem Schicksalsschlag?

00:19:02: Ja!

00:19:03: Also national international unterwegs ja.

00:19:07: Das absolute Highlight war in den Nünzen und achtzig.

00:19:09: Da war ich in Luxemburg zu den Qualifikationen der Union Europameisterschaften hab mich aber nicht qualifiziert, weil ich den vierten Platz gemacht habe.

00:19:18: Vom ersten bis zum dritten wurden alle mitgenommen und das war auch so ein bisschen ... Ich sag mal der Dauner für alles, dass er nachkam, da war die Luft raus.

00:19:28: Ja.

00:19:28: Zudem kam es dazu, dass ich die Schule gewechselt hab und Realschule nachgemacht hab und dann noch Abiturnachmachen wollte und hab ich ja auch.

00:19:37: Und ich einfach mehr meine Prioritäten auf die Schule legen musste um da entsprechend dann auch so gut zu sein, dass ich meine weiteren Ziele, weil ich ja eigentlich Medizin studieren wollte auch verfolgen hätte können.

00:19:50: Und man muss halt dann auch wie gesagt ein bisschen sich entscheidende bleiben manchmal und das war bei mir in die Schule.

00:19:57: Ich bin aber weiter viel geschwommen, aber bei Weitem nicht irgendwie mit der Aussicht international durchzustarten oder so.

00:20:05: Also ich war gut unterwegs... ...und dieses Gefühl dass da irgendwie mehr geht.

00:20:13: Das war, weil ich jedes Mal gemerkt hab, wenn ich im Wasser war, das ist besser funktioniert hat und dass ich mich so ein bisschen mit der Wasserlage und mit der anderen Technik dann ja doch arrangieren konnte.

00:20:26: Und dass das jetzt bei Wettkämpften unter Beweis gestellt wird ... Da war ich noch gar nicht.

00:20:32: Besteile ich im Ansatz gar nicht in den Gedanken dran.

00:20:35: Ich bin aber dann als ich wieder zu Hause war immer auch beim Vater in die Schummerle gefahren zum Training, weil der hat nach wie vor seine Trainingsgruppen gehabt und Wasserball trainiert.

00:20:45: Und ich bin dann neben meiner alten Gruppe hin- und hergeschwommen.

00:20:49: Auch das wurde immer besser so dass immer mal jemand sagt hey willst du das nicht mal unter Beweis stellen?

00:20:53: Willst du nicht mal bei Wettkämpfen starten?

00:20:55: Dann war dieses Gefühl jetzt Wettkämpfe mit Menschen die verschiedenste Behinderung haben da fühlte ich mich noch nicht irgendwie dazugehörig.

00:21:05: soweit war ich noch nicht einfach im Verarbeitungsprozess Und das soll man bitte jetzt auch nicht böse verstehen.

00:21:11: Das war einfach noch nicht in mir drin und da brauchte ich noch eine Zeit für ...

00:21:17: War das Berührungsängste, kann man es so sagen?

00:21:19: Oder war das nur dieses Noch-Nicht-Da-Bereitsein sich zu messen mit anderen?

00:21:22: Ich denke, dass ist ein Kombination aus beiden.

00:21:25: Ja, kann ja ehrlich sein.

00:21:26: Ich finde das wichtig.

00:21:27: Man muss dich an jede Situation gewöhnen.

00:21:29: Wir alle gewöhnt uns irgendwann an alles.

00:21:33: Aber an solche Situationen, das kann ich mir sehr gut vorstellen, muss man sich auf vielen Ebenen erst mal... Gewöhn, so.

00:21:39: Und dann hast du aber irgendwann eine Bereitschaft dazu entwickelt?

00:21:42: Ja und als ich ja nun diese Kur hatte da in Mecklenburg-Vorpommern im Plau am See ... Da hat mir der Therapeut, den mich ja dann beaufsichtigt hatte, da hatte ... beim Entlassungstag ist er zu mir gekommen und hat gesagt, Kirsten was du hier machst das echt richtig gut!

00:21:58: Das musst du unter Beweis stellen.

00:21:59: Und da gab es einen Haltenzettel mit Ansprechpersonen je Bundesland ist ja einer da gewesen damals die Athleten klassifiziert hat in ihrer Fähigkeit, in der Sportart.

00:22:12: Und da ja im Parasport oder im Sport mit behinderten Menschen nicht nur in Männchen und Weibchen unterschieden wird sondern eben in so genannten Startklassen war das der Wolfgang Kupps, der dafür schließlich heute dann auf diese Liste stand.

00:22:27: Ich hab mich bedankt und habe aber stehen gedacht, oh bitte jetzt nicht dieses Thema und schon kann ich Wettkämpfe?

00:22:33: Das will ich nicht!

00:22:34: Okay.

00:22:35: Und habe aber den Zellen eingesteckt.

00:22:36: Der ist aber meinem Vater, als ich zu Hause war und die Tasche aufgemacht habe, vor den Füße gefahren.

00:22:42: Dann kommt der Manfred Brun mit seiner eigenen

00:22:45: Art.

00:22:47: Ließt es um, was ist das?

00:22:49: Und dann hab ich ihm das erklärt ... Ja, das ist doch toll!

00:22:52: Das kannst du doch mal versuchen und ich ... nein.

00:22:56: Wie Eltern so sind, meine Mutter war ja auch da.

00:23:00: Wenn du das nicht probierst, weißt du noch nicht, ob das für dich ist.

00:23:03: So.

00:23:05: Und dann war eigentlich klar, dass wir das Projekt mal angehen.

00:23:08: Mäuschen, probier das mal aus!

00:23:10: Genau

00:23:11: und ich habe denn den Wolfgang Kuppt angerufen und der wusste auch sofort wer ich bin und ist so wie jetzt?

00:23:17: Ja, wir kennen uns auch von dem Wettkämpfen halt aus deiner Zeit, wo du vor dem Unfall unterwegs wartst und ich so okay... Ich habe mich überhaupt nicht erinnert.

00:23:26: Ich hatte auch kein Gesicht vor Augen, aber man ist ja gut erzogen.

00:23:30: und dann hat er gesagt was ist denn passiert?

00:23:33: Und sag mir mal ungefähr was du kannst wenn du im Trockenen auf dem Bauch liest oder auf dem Rücken liegst.

00:23:38: und da hat er mir so ein paar Bewegungsabläufe hat nämlich abgefragt Und er sagte, wie ist das im Wasser?

00:23:44: Wenn du auf dem Rücken liegst.

00:23:46: Dann hat er nur mal per Telefon ungefähr kalkuliert wo ich in welcher Disziplin... Das ist ja nochmal unterschiedlich ob im Brust, in Kraul und Rücken.

00:23:55: Delfin war klar dass ich das nicht schwimmen werde.

00:23:58: Dafür brauche ich den Hüftkick auch ein bisschen Wumms aus den unteren Extremitäten und da ist ja Null bei mir gewesen im Wasser.

00:24:06: Auch wenn ich Restfunktion habe die waren aber kontraproduktiv.

00:24:09: also war klar das geht nicht.

00:24:13: Und dann hat er gesagt, na ja, da müsstest du so und so in der und der sein.

00:24:17: Dann könntest du in zweieinhalb Monaten bei den internationalen deutschen Meisterschaften in Berlin starten?

00:24:21: Und ich ... Nein!

00:24:26: Also zweieinhalb Monate, das ist jetzt schon ein bisschen utopisch.

00:24:29: Ja.

00:24:30: Und er sagte, tu mir mal einen Gefallen und wir machen jetzt mal Folgendes ich schicke dir die Formulare zu und dann melden wir dich an für die Klassifizierung.

00:24:38: da musst du dann und dann da sein und ich bin mir ziemlich sicher vertraue mir mal dass es das alles funktioniert.

00:24:44: Und mein Vater guckt irgendwie nur an und versucht

00:24:47: so

00:24:48: wenn ihr sagt das ist doch jetzt völliger Schwach Das geht doch gar nicht, das weiß ja sogar ich.

00:24:56: Wenn der es jetzt sagt und er sagt, du sollst ihn vertrauen, dann vertraue noch einfach mal.

00:24:59: Dann sagen wir gut, ich habe nichts zu verlieren so.

00:25:01: Und somit begann letztendlich auch ganz naive Art und Weise alles was denn vierzehn Jahre danach kam weil mein Vater und ich haben uns dann step by step irgendwie da reingearbeitet, da reingefühlt.

00:25:12: Wir haben uns ein bisschen informiert Weil ich ja nicht vom Startblog starten konnte.

00:25:16: Ich hab auch keine Rollwänden gemacht beim Kraul oder Freistil, sagt man im Weckkampfstaggon.

00:25:22: Das war alles irgendwie noch nicht so professionell.

00:25:24: Brust bin ich auch gar nicht geschwommen, weil das zu schmerzhaft.

00:25:27: Und geschweige denn, dass ich fit genug dafür war?

00:25:29: So brauchen wir schon mal ein bisschen Bums... Ja und ... Somit haben wir uns dann irgendwie den Trainingsplan zusammengeschustert und sind dann da regelmäßig ins Wasser gegangen und trainiert.

00:25:42: Und haben uns in zweieinhalb Monate auf die IDM in Berlin, zwei tausendzwei vorbereitet.

00:25:50: Ich will jetzt nicht sagen, dass ich mich fit fühlte.

00:25:52: Ich habe gedacht, ja schauen wir mal was es da irgendwie daraus wird weil ... war's jetzt nicht angemeldet also ziehst du das auch durch?

00:26:02: Und dann hatte ich den Termin für die Klassifizierung.

00:26:05: Ich glaube, um acht Uhr war das, wenn ich mich nicht irre und das hat unfassbar viel länger gebraucht weil manchmal ist es halt so dass die Athleten ein bisschen langsamer sind als dass es in der Theorie geplant war, dass sie halt ins Wasser kommen, dass Sie wieder rauskommen usw.

00:26:20: Also habe ich gewartet und gewartet.

00:26:21: In dieser Zeit sind unterschiedliche Nationalitäten und verschiedenste Behinderungen an mir vorbeigegangen.

00:26:27: Gehinkt, begleitet worden bei Blind oder mit Blindenstock Oder halt im Rollstuhl, im E-Rollstuhll.

00:26:33: Spastisch oder auch nicht amputiert.

00:26:36: Eine ist sogar auf einem Skateboard an mir vorbei gerollt weil keine Beine und die Arme waren irgendwie auch nicht so richtig ausgebildet.

00:26:45: Also es war wirklich all das was man sich in dem Alter mit einundzwanzig Jahren irgendwie nie so vorstellt geschweige dann wo man so Berührung mit hatte.

00:26:54: Und ich will schon sagen dass ich da jetzt nicht nie mitbeschäftigt war.

00:26:59: Mein Mutter war im Sanitätshaus beschäftigt und hat da vielen, vielen Menschen ... Ob jetzt nach Krebs-OPs oder Brustamputationen oder oder.

00:27:08: oder hat sie ihm geholfen?

00:27:09: Mit Miederwarenabteilung und sonstigen Hilfsmitteln.

00:27:13: Das war jetzt nicht so, dass ich komplett fremd in diesem Thema war mit Behinderungen.

00:27:18: Ich selber hab auch schon Unterricht gegeben für geistig und vor allen Dingen Trisomie, sagt man ja.

00:27:24: Damals hat man noch Downsyndrom gesagt behinderte Kinder.

00:27:30: Demzufolge war ich da schon irgendwie auch drin, aber ... Ich war ja halt nicht diejenige, die eine Behinderung hatte.

00:27:37: Und jetzt bist du da und guckst nicht nur an, sondern du gehörst

00:27:40: dazu.".

00:27:41: Das hat mir dann noch mal echt ein bisschen Angst eingeflößt.

00:27:44: Da hab ich gesagt, ich glaub, ich muss hier einfach weg.

00:27:47: Mein damaliger Freund hat dann gesagt, nee-nee-nee!

00:27:51: Ist Polizist heute noch?

00:27:53: Der hat gesagt, Mädel ... Die Fahrt gestern von Lübig nach Berlin waren sechs Stunden, standen im Stau.

00:28:00: Das war die Hölle und das Hotel ist echt teuer!

00:28:03: Und du hast jetzt hier alles mit deinem Vater so getaktet dass es ja auf dem Punkt vorbereitet ist und das ziehst du jetzt durch will sagen Wenn ich in meinem Leben irgendwie immer auf einmal so ein bisschen Muffe hatte und dann zurückschreiten wollte, ist immer jemand da gewesen, ob meine Eltern oder wer auch immer der so eine letzte Instanz gesagt hat.

00:28:21: Nee nee, das ziehst du jetzt hier durch!

00:28:23: Du wirst nicht bei der hundertsten Hürde zurückschreiten.

00:28:27: Und es war auch gut so.

00:28:29: Ja, dass das letztendlich gleich bei zwei Wettkämpfen mit aufs Podium ging, das war natürlich ... Super schön, aber sogar völlig unerwartet.

00:28:40: Ich bin einfach ganz naiv ran und hab geguckt was jetzt ist.

00:28:43: Und habe aber gemerkt wie das manchmal so ist bei dem Startvorgang wenn diese Füffel kommen... Das ist das Gefühl hatte ich bin wieder in

00:28:53: meinem Universum

00:28:54: wo ich das Gefühl hätte ich bin rausgeschossen worden.

00:28:59: Das hat mich, glaube ich, echt getrickert im positiven Sinne.

00:29:02: Das war schön, das war toll und da ist er letztendlich dann in mir auch so ein Feuer entfacht wo ich gedacht habe, das möchtest du jetzt weiter irgendwie versuchen zu trainieren und zu entwickeln mal gucken, wo es dich hinbringt.

00:29:15: Wie ist denn deine Beziehung gewesen?

00:29:16: dann zum anderen Sportland den du ja erst ein bisschen nicht skeptisch aber Du hast dich nicht dazugehörig gefühlt.

00:29:23: Das war doch sicherlich auch eine besondere Erfahrung, mit denen ins Gespräch zu kommen.

00:29:27: Und das wurden sicherliche Freundschaften, die es bis heute gibt und wo du gemerkt hast hey!

00:29:32: Das ist jetzt zwar ne andere Welt aber eigentlich ist das ne schöne neue Welt für dich...auch.

00:29:39: Also ich muss gestehen, mit so richtig vielen Sportern bin ich da überhaupt gar nicht ins Gespräche gekommen weil ich mit allen so überfordert war mit mir selbst und dem was mich da jetzt irgendwie erwartet hat.

00:29:50: Das nur bei der Siegeirrung, weil ich die eine deutsche Athletin, die ja eigentlich jahrelang da die Favoriten war.

00:29:56: Die hab' ich dann irgendwie vom ersten Platz geschossen und die fand das natürlich sogar nicht sexy!

00:30:01: Nicht nur weil ich so völlig unerwartet aus dem Nichts da erschienen sondern weil ich ja nun auch noch etliches an Jahren älter war... War die natürlich gar nicht irgendwie ... im News, wie man so schön sagt.

00:30:15: Und hab dann mich fast schon entschuldigt dafür, dass ich sie da irgendwie auf dem zweiten und beim nächsten Mal auf den dritten Platz hingekickt habe ... und hab auch gar nicht im Sinne von ja tschüss bis zum nächsten mal sondern hab immer nur die Dinge abgearbeitet und bin wieder abgereist und dieses Verarbeiten und Resümee ziehen und dann wirklich auch darauf aufbauen zum eventuellen nächsten Trainingsplan, zur nächsten Trainingseinheit.

00:30:42: Das kam erst später, weil ich relativ schnell ... Ich glaub zwei Wochen später hatte ich eine Einladung bekommen für November-December.

00:30:50: Für einen Nachwuchslehrgang des Paraschwimms.

00:30:55: Und nachher muss man im Parasport so ein bisschen relativ betrachten.

00:30:58: Das ist nicht unbedingt auf das Alter bezogen, sondern auf die Zeit, in die du reinkommst.

00:31:04: Mhm.

00:31:04: Wie lange du schon dabei bist?

00:31:06: Genau.

00:31:06: Ja

00:31:08: und... Dann gab es noch die deutschen Kurzmeisterschaften im November.

00:31:12: Da hatte ich dann erst mal mich gemeldet in Brust, bis dahin hatte ich denn so ein bisschen mehr Krafttraining gemacht und nochmal ein bisschen diese Technik auch mir versucht anzueignen.

00:31:22: weil Brust schwimmen ohne die Gräte ist ja schonmal ein Wahnsinnsverlust von Gleitphase und Vorschub.

00:31:29: Du hast bei der Technik Brust einfach zu siebzig wenn nicht sogar achtzig Prozent den Vortrieb eigentlich durch den Beinschlag.

00:31:36: Und da das bei mir nicht der Fall ist, muss ich ganz anders vorne arbeiten und auch anders atmen als es vorher der Fall war.

00:31:42: Das ist etwas, was lange, lange gebraucht hat um das irgendwie zu adaptieren.

00:31:48: Das habe ich aber versucht... Ist jetzt auch mehr so semi-gut gelaufen?

00:31:52: Nichtsdestotrotz hatte ich einen Weltrekord.

00:31:54: Fünfzig Meter auf der Kurzbahn.

00:31:56: dann in dem November ...geschwommen.

00:32:01: Daraufhin war klar Das ist der eine, der Co-Trainer vom damaligen Abteilungsleiter.

00:32:07: Wir hatten damals noch keinen Bundestrainer.

00:32:09: Der hat gesagt, Kissen wenn du jetzt wirklich Brust weiter trainierst dann landest du definitiv in einer Nationalmannschaft.

00:32:17: und da habe ich nochmal wieder gedacht was das hier für ein System?

00:32:22: Es kann ja nicht an mir liegen!

00:32:24: Das muss ja jetzt irgendwie alles ziemlich einfach sein so... Aber war es natürlich nicht.

00:32:30: Auch ich musste hart daran arbeiten, dass ich dann irgendwie nicht nur mehr Kondition hatte sondern irgendwie physisch auch besser, athletischer war und vor allen Dingen auch mehr Kraft hatte und ja auch noch Jahre danach immer wieder an meinen Techniken gefeilt habe und gerade auf dem Rostschirm weil mal ehrlich die Kurzbahn ist im internationalen Ranking unwichtig.

00:32:51: Also, Fünfzig Meter ist das was international für Paralympisches, Europameisterschaften und Weltmeisterschaftens einfach entscheidend ist.

00:32:59: Und da war zwar für mich dieser Weltrekord-Prost auf der kurzen Bahn ein absolutes schönes Erlebnis aber auch für die Weltgeschichte total unwichtig so.

00:33:10: Also hatte es jetzt für mich die Aufgabe gegeben, dass Ganze jetzt auf der Fünfzig Meterbahn noch mal offiziell irgendwie auf die Reihe zu kriegen.

00:33:19: Und das ist ja dann, dass es in den drei Passierten passiert, sodass ich dann offiziell in die Nationalmannschaft aufgenommen wurde und dann letztendlich in Edminton, wir hatten die Canadian Open im Jahr, offiziellen Wettrekord-Hundert Meter Brust geschoben bin.

00:33:35: Das ist auch eine parallelempische Strecke und somit hatte ich damit mein Ticket für Athen in dem Jahr, also wir reden von einem Jahr was so bahnbrechende Veränderungen für mich irgendwie bedeutet hat.

00:33:47: Das war eine Zeitreise, die kann man gar nicht irgendwie kapieren.

00:33:55: Gab es da in diesen Monaten trotz der sportlichen Erfolge auch so Momente wo du gedacht hast ich gebe trotzdem auf oder ich kann nicht mehr oder will nicht mehr?

00:34:06: Ja zum einen weil leider auch dieses verstärkte Training natürlich nicht nur mit Muskelkater und damit Schmerzen einherging, sondern eben auch mit meinen Knöchern im Skelettösen-Schmerzen mir mehr bereitet hat.

00:34:24: Allerdings habe ich dann abgewogen was man ja so oft machen muss in dem Leben.

00:34:28: Was ist für mich jetzt entscheidender und wichtiger?

00:34:30: Was gibt mir mehr Power?

00:34:35: die Konzentration, weil ich für den Schmerz einfach diese Konzentation brauche.

00:34:39: Aber gibt es mir auf der anderen Seite Lebenskraft und das war definitiv der Punkt.

00:34:44: Und ich habe dann immer gedacht wenn du jetzt noch mehr Konditionen dir aneignest, mehr Krafttraining machst individuelleres Fitness-Training also Athletiktraining machst was wir ja dann auch sukzessive uns angeeignet haben.

00:34:56: Wir haben uns ja den schlau gemacht, wir haben denn ja unser Netzwerk auch vergrößert über den damaligen Abteilungsleiter über Physiotherapeuten, über die Mannschaftsärztin.

00:35:05: Ich hab dann ja mit anderen Athleten auch gesprochen und hab dann auch mal geguckt, wie die das machen?

00:35:10: Und hab versucht es irgendwie nachzueifern.

00:35:13: So kam es dazu, dass ich trotzdem noch Jahre später diese Schallmauer von zwei Minuten unter Booten habe in Hundert Meter Brust aber trotzdem immer mich Stück für Stück verbessert habe.

00:35:26: Das war letztendlich immer dieses Zubrot ... Honorieren dieses Feedback, was ich brauchte als Bestätigung.

00:35:36: Dass der Weg, den ich da gehe, der richtige für mich ist.

00:35:41: Wir erleben ja viele Menschen Schicksalsschläge und müssen von heute auf morgen mit einem ganz neuen Leben klarkommen.

00:35:48: Was kann man denn von einer spitzen Sportlerin lernen im Umgang zu einem Schicksal schlag?

00:35:54: Was kannst du diesen Menschen raten?

00:35:56: oder was würdest du jetzt in Rückbetrachtung sagen?

00:35:59: Was müssen sie tun um ... für sich wieder Hoffnung zu schaffen und wieder auf die ... auf die Schrecke zu kommen.

00:36:08: Das ist eine mir sehr oft gestellte Frage, das ist auch, finde ich, eine mit der schwierigsten Fragen da Antworten zu finden.

00:36:16: Weil es natürlich ne Wahnsinnsmannbreite, wenn du sagst, es haben verschiedenste Leute in den Schicksalen.

00:36:22: Aber nehmen wir mal so einen Fall wie bei dir aus dem Leben gerissen also aus dem leben auf zwei Beinen als Fußgänger aus dem Fußgängerleben im Rollstuhl.

00:36:31: Eine Situation, für niemanden leicht sein kann.

00:36:35: Also eine völlig neue Situation.

00:36:38: und was kannst du den Leuten raten?

00:36:42: Klar, bei dir war es dann der Sport.

00:36:45: ist es wichtig dann viel unter gleichen Menschen zu sein die gleiche ähnliche Schicksale haben.

00:36:52: oder sagst du lieber raus ins Leben und sich konfrontieren mit dem Leben dass du auch vorher um dich herum hattest?

00:37:02: Auch das ist sehr individuell, aber für mich war einfach entscheidend ... die Konfrontation mit mir selbst.

00:37:09: Das war das, diese Selbstreflexion.

00:37:12: Wo stehst du und wo willst du hin?

00:37:14: Und nicht immer nach hinten gucken oder zurückgucken.

00:37:17: Es gibt einige, die hängen sich von früher Bilder auf im Krankenhaus auch Tipp-Topsportler.

00:37:25: Das hab ich ja nun auch schon erlebt in meiner beruflichen Zeit.

00:37:30: Das war so gar nicht meins.

00:37:31: Also, jetzt noch zu sehen wie du früher ausgesehen hast und wie du vorher irgendwie dann auch noch im Wasser dich da fortbewegt hast ... das hätte mein Trauma oder meinen Zustand eher verschlechtert.

00:37:43: Mhm.

00:37:44: Nach vorne gucken und die Verbesserung sehen.

00:37:47: Und dann halt auch wenn du dann ... Das war ja nur mal bei mir das Vereinsleben gerade das Schwimmen aber in der Reha machen andere auch Sport.

00:37:56: Die sind ja auch noch viel schlimmer dran, teilweise gewesen als ich es war.

00:38:00: Wo ich dann gesagt habe, wenn wir dieses hinkriegen, den kriegst du das auch hin.

00:38:04: Das war für mich eigentlich entscheidend.

00:38:06: Dass sich nicht so wichtig nehmen in dieser Schwere und auch nicht nur das sehen was nicht mehr geht sondern dass was halt funktioniert zu optimieren.

00:38:18: Das waren meine Maxime dann.

00:38:21: Und letztlich ist ... glaub ich, für jeden individuell entscheidend möchtest du mit anderen darüber reden oder eben nicht.

00:38:29: Und das war bei mir nicht der Fall.

00:38:32: Das mach' ich eher mit mir selber aus ... Oder aber mit mir dann doch eher vertrauten Menschen wie Mama, Papa, ja.

00:38:41: Also du hast jetzt keine explizite Therapie gemacht?

00:38:44: Leider erst spät!

00:38:46: viel zu spät, sechs Jahre danach.

00:38:48: Und das wurde dann geträgt dadurch ... dass der Freund mit dem ich den Unfall hatte, dass wir uns getrennt haben.

00:38:54: Weil ich dachte, Gott, also ich bin nicht gut genug, weder als Frau noch als Partnerin irgendwie und ich finde auch keinen anderen.

00:39:02: Für diese Gesellschaft bin ich einfach nicht Standard.

00:39:07: Nicht das was die Gesellschaft will und somit bin ich auch nicht willkommen.

00:39:11: Ist das was, was du

00:39:12: auf deinen Freund damals so ausgestrahlt hast in der Nachbetrachtung?

00:39:16: Dass du das Gefühl hast, dass daran noch eine Beziehung zerbrochen ist oder eher weil diese neue Situation auch für ihn zu schwierig war.

00:39:23: Also, was würdest du sagen ...

00:39:26: Das ist sicherlich auch ne Kombination auf allem.

00:39:29: Der mal beidahem

00:39:29: geht

00:39:29: beteiligt.

00:39:30: Er ist ja nun auch noch gefahren.

00:39:31: Er hat sicherlich schuldgefühle gehabt und ich hab ihm nie die Schuld gegeben.

00:39:38: Wenn er das so verstanden hat, dann ist es wieder ein Mangel an Kommunikation, den wir definitiv auch hatten.

00:39:44: Wir haben nie über diese Unfalle gesprochen.

00:39:46: Ich habe zwei, drei Mal versucht, Initiative zu ergreifen und ihn gebeten, ob er mir mal schildert was wirklich eigentlich passiert ist aber er hat dann immer abgeblockt.

00:39:54: Das ist das Einzige was ich ihm heutzutage vorhalten würde?

00:39:57: Wir haben auch null Kontakt mehr.

00:40:00: Aber das ist so etwas, wo ich gedacht habe und heute auch vor allen Dingen denke, dass er zumindest mir zur Liebe hätte darüber reden müssen.

00:40:07: Wenn schon nicht für sich dann für mich.

00:40:09: Ja aber ... Hätte Wette, ne?

00:40:11: Genau.

00:40:13: Aber das is' was, wo glaub ich da ein oder andere wirklich an eine Grenze kommt.

00:40:21: Möchte ja reden!

00:40:22: Und wenn ja mit wem?

00:40:23: Und

00:40:24: wie?!

00:40:26: Das i's... man echt versuchen muss.

00:40:28: Also in so einer Gruppentherapie damals, in der ersten Reha gleich eine Anschlussreha da bin ich zweimal hingegangen und danach war ich völlig zerstört mental und hab dann auch gesagt Ich geh da nicht wieder hin also mit anderen Leuten über Dinge sprechen die nicht mehr gehen und auch nie wiederkommen oder sogar sehr intime und persönliche Sachen.

00:40:47: das war nicht meins Und dadurch bin ich leider erst sechs Jahre später in eine Gesprächstherapie, die dann allerdings auch anderthalb fast zwei Jahre gedauert hat und angedauert.

00:40:58: Das war aber auch gut so.

00:41:00: Da habe ich mit meinem Arzt wirklich ... ja, wie oft denn auch mein Charakter durchforstet?

00:41:08: Wieso bin ich so?

00:41:09: Dann meine Prägung, meine Erziehung... Das fand ich auch gut.

00:41:16: Ich habe dann auch meinen Eltern einen Sex-Augen-Gespräch geführt, weil meine Eltern haben uns zur Selbstbestandheit erzogen und das ist auch etwas was ich sehr sehr schätze.

00:41:26: dass ich vieles selber machen möchte und wenn ich Hilfe brauche muss sich halt darum bitten.

00:41:31: aber dass sie mir nicht ständig Hilfe anbieten so und da musste ich sie so ein bisschen ausbremsen.

00:41:36: das war ein unfassbar schweres Gespräch.

00:41:38: wir haben alle geweint das war auch auf neutralem Boden Aber das war ein auch unfassbar wichtiges Gespräch.

00:41:45: Und das hätte ich, glaube ich ohne diese Gesprächstherapie diesen Schritt nicht gemacht.

00:41:50: und wer weiß was dann alles kaputtgegangen wäre.

00:41:53: die Beziehung zu meinen Eltern usw.

00:41:57: Das ist schon etwas, was ich im Nachhinein und damals sehr wetschete und wo ich sehr dankbar dafür bin dass mein Arzt mir da diesen Weg auch geebnet hat.

00:42:06: Ja es ist wichtig genug mit Eltern Klar sprechen zu können, Dinge ansprechen zu können.

00:42:11: Die auch unangenehm sind für beide Seiten.

00:42:13: Das muss man ja sowieso erst mal lernen.

00:42:16: Man bleibt immer das Kind und plötzlich muss man groß sein und denen sagen, pass mal auf, das passt mir nicht, das müssen wir ändern.

00:42:22: Ich habe solche Gespräche mit meinen Eltern geführt und war dann überrascht.

00:42:28: Erstmal ging es vor meinem Vater vor allem nicht, der nicht mehr lebt aber ... der aber Tage später auf mich zukam und sich entschuldigt hat für eine Situation.

00:42:37: Und das fand ich so groß, also für mich auch so wegweisend, dass ich bei meinen kleinen Kindern ... Ich hab ja noch mal zweiter Ehe zwei Kinder bekommen, Tilda und Leo, die sind Tilda's Zehn, Leo ist zwölf.

00:42:49: Dass ich heute immer so sage, wichtig ist auch, dass Eltern sich auch bei Kindern entschuligen können, egal wie ... groß sie sind, um ihnen auch das Gefühl zu geben, wir liegen mal falsch.

00:42:58: Wir sind ja nicht die Unfehlbaren, die Sie bis zum bestimmten Alter in uns sehen ... Aber es ist einfach Quatsch!

00:43:07: Man muss sich dann eben auch mal klein machen können und sagen, Mensch, man muss sich auf Augenhöhe begegnen können.

00:43:12: Wie sehr bist du dadurch schließlich Holsteinerin?

00:43:15: Deine Eltern klingen ja wirklich sehr norddeutsch konstruktiv aber so straight.

00:43:22: nun Du mach mal hier nicht so ein Gewesen und sieh mal zu, dass du ins Wasser kommst.

00:43:28: Kommt das rüber?

00:43:29: Das ist ja doch schon sehr norddeutsch, oder?

00:43:31: Ja!

00:43:31: Also Papa ist geboren dann noch mit Starana und Mama Ezehu.

00:43:35: Wir sind wirklich alle gebürtige Schleswig-Holsteiner und das auch mit Leib und Seele genau.

00:43:41: Und es hilft einem auch im Leben, oder finde ich immer so... Mir schon!

00:43:45: Ich merke das gerade jetzt wo ich in Berlin bin und ich ja immer als hier die Wessi beziehtet werde Und eigentlich bin ich hier nur geduldet.

00:43:57: Dass man schon sagt, wir sind Wortkarg aber wir wissen was wir wollen und wenn wir etwas sagen dann kommt das auch auf den Punkt.

00:44:08: und es ist nicht immer so dass es

00:44:11: nett

00:44:12: ist ja und dass wir so pragmatend sind.

00:44:17: Es ist jetzt wie es ist und damit müssen wir jetzt versuchen umzugehen

00:44:21: Genau.

00:44:21: Können wir nicht ändern?

00:44:21: Ich glaube

00:44:22: schon, dass das so eine norddeutsche ... typische Art

00:44:26: ist.

00:44:27: Nun ist ja ein Küstenkopp in Berlin vielleicht nicht ewig.

00:44:30: Du ziehst doch mal wieder zurück.

00:44:32: Kommst du mal wieder nach Schützig-Holstein?

00:44:34: Ja!

00:44:35: Ja!

00:44:36: Das ist ... Auf jeden Fall.

00:44:38: Ist auf jeden Fall dann auch dein Plan irgendwie, deinen Lebensabend in Schützig-Hollstein zu verbringen oder... Man hört dir auch dein norddeutches Wesen an.

00:44:47: Klar, er kannte das muss so sein.

00:44:51: Jetzt stehst du ja viel auf Bühnen.

00:44:53: Also, du stehst vor Menschen bis Speakerin, bis Coach und so weiter.

00:45:00: Fühlst du dich da wohl?

00:45:01: Ist das dein Ding?

00:45:05: Wohl ist nicht richtig ausgedrückt.

00:45:08: Ich bin auch gar nicht gerne im Fokus ohne Rampenlicht.

00:45:12: Das widerspricht sich vielleicht mit ein oder anderen Dingen ... Aber im Kontext des Sports hat es noch mal eine andere Range, wie man so schön sagt.

00:45:24: Aber es ist einfach ... Ich hab so viel erlebt in diesen ... thirty-fünf Jahren, dass selbst studierte Mediziner, Professoren und die sind wirklich liebe Menschen.

00:45:37: Und auch schlaue und intelligente Menschen im Bereich.

00:45:41: Die haben aber das nicht durchlebt!

00:45:44: Das ist einfach nur der Benefit, den ich gegenüber diesen Korrifhen habe.

00:45:49: Dass ich ... aus eigener Erfahrung reden kann.

00:45:52: Dieses Peersystem, das die Amerikaner ja schon seit zwei Jahrzehnten leben und was bei uns leider jetzt so irgendwie durchkommt ... dass man das zueinander und miteinander einfach auch wirken lassen muss.

00:46:05: Die Kompetenz in der Medizin im Fach?

00:46:09: Wie kriegen wir jetzt die Füße und vor allen Dingen die Knochen wieder gesund?

00:46:14: Aber das dann im mentalen, psychischen Bereich da einfach nochmal andere Dinge dazugehören.

00:46:22: Das wird langsam erst, glaube ich, akzeptiert und auch verstanden.

00:46:28: Und das ist ja genau das, was ich möchte, dass ich das letztendlich über meine Erfahrungen auf eine Art und Weise transportiere die letztendliche jeder verstehen kann und wo jeder für sich auch etwas mitnehmen kann so.

00:46:40: Und egal ob ich Banker vor mir habe Versicherungsmanager, Agenten oder oder oder haben auch da vielleicht nicht immer gleich, aber irgendwann auch ein gewisses Plätzchen für eine Empathie.

00:46:55: Für eine Menschlichkeit und das bekomme ich dieses Feedback und deswegen ist es für mich unfassbar wichtig, dass ich das mache.

00:47:03: Auch wenn ich da mich nicht so zu tausend Prozent immer hoch fühle.

00:47:07: Klar!

00:47:09: Du hast mal erzählt, dass du früher gerne auf Partys gegangen bist, gern getanzt hast ... Und heute gibt was du gar nicht gerne machst?

00:47:19: Nimm mich auf Fadens

00:47:19: Gehen.

00:47:23: Kannst du erzählen, warum?

00:47:24: Ja ...

00:47:26: Also zum einen glaub ich sind Menschenmassen mir zuwider seit ich im Rollstuhl sitze.

00:47:32: vielleicht wäre das auch ohne Rollstuch gekommen.

00:47:35: man wird ja älter und irgendwie ...

00:47:37: Das gibt's doch ohne Roll Stuhl und Frage.

00:47:40: Aber

00:47:41: wenn Du halt so in Menschenmassen bist und Du guckst immer nur Gürtel schnallen an oder hinten nur Gesäß-Taschen und bekommst hier ne Handtasche, einen Kopf und da Nellbogen oder sonstiges.

00:47:51: Dann siehst du irgendwann eine Rhythymie und sagst dir nee muss ich nicht unbedingt haben.

00:47:58: zum anderen finde es auch sehr laut Ich bin sehr lärmempfindlich Und tanzen im Rollstuhl ist gar nicht meins.

00:48:08: Also, das muss auch bitte jeder irgendwie akzeptieren und respektieren.

00:48:12: Das mag für den einen die Erfüllung sein und die Entspannung schlechtern aber ... Für mich ist es einfach so gar nicht miteinander vereinbar, weder im Kopf noch im Herzen.

00:48:22: Und deswegen ist es auch nichts was mich in Partyclubs oder sonstigen Szene-Geschichten zieht.

00:48:31: Mhm.

00:48:31: Haben wir ein für alle mal klargestellt?

00:48:33: So Ende jetzt!

00:48:35: Danke.

00:48:38: Wenn du jetzt deinem ... also, der Kirschen von Nordseiteinundneunzig heute begegnet würdest.

00:48:46: Sie würde heute vor dir stehen?

00:48:48: Was würdest du ja aus der heutigen Perspektive sagen?

00:48:51: Was wär das?

00:48:55: Da haut der Bremser noch

00:48:56: eine Frage raus.

00:48:57: Er haut noch einen raus, Herr Bremsa!

00:48:58: Die

00:48:58: mich hier emotional völlig revolutioniert.

00:49:10: Und er schätzt dich nicht?

00:49:13: Und es ist nicht so schlimm, wie es jetzt gerade im Moment zu sein scheint.

00:49:18: Ja ich glaub das ... Ich wollte dich jetzt nicht zum Wein bringen aber trotzdem ist es natürlich ein total emotionaler Moment auch für mich.

00:49:25: also für mich ist es auch schwierig da jetzt die Kontinuos zu bewahren weil ich mir vorstellen kann dass es eben auch grade so einen ... ja so einen Scheidelpunkt war in deinem Leben oder so einen Wendepunkt wo man dann wirklich noch mal zurückdenkt und denkt Mensch ich war echt so'n häufig in Eland und ich hab's jetzt geschafft irgendwie mir und der Welt es zu zeigen.

00:49:42: Ich war ganz oben auf dem Treppchen.

00:49:45: Ich bin ehrenbürgerin Schissich-Holsteins geworden, weil ich gesagt habe, ich schaff das und hab die Faust gemacht ... Und insofern kann ich dann der Kirsten von damals auch einfach sagen, sie hat so Recht.

00:49:59: Warg ist einfach und macht ein Ding.

00:50:02: Also Udo Lindenberg ist ja so schön, sagt.

00:50:04: Der Satz ist er fast auch immer!

00:50:07: Christian, ich danke dir für dieses sehr offene Gespräch.

00:50:10: Auch wenn es jetzt ein bisschen traurig zu Ende geht!

00:50:12: Aber auf der anderen Seite sind sie auch wieder Freuden drehen die dich dann wieder abwechseln mit der Emotion.

00:50:16: Emotionen sind wichtig ob nun bei dir oder bei mir?

00:50:19: Ich finde Wein ist wichtig.

00:50:20: man muss auch mal Ventil haben wo man's rauslassen kann.

00:50:24: Ich wünsche dir weiterhin alles alles Gute.

00:50:27: wir freuen uns dass du dann irgendwann wieder ganz in Schleswig-Holstein bist.

00:50:30: da gehörst du nämlich hin.

00:50:32: Ich glaub, das Land vermisst dich auch an vielen Stellen.

00:50:35: Vielleicht kannst du ja ganz vielen Menschen diesen Mut weitergeben, den du gehabt hast und sie noch zu ganz anderen Zielen bringen.

00:50:42: Das wär schön!

00:50:43: Who knows?

00:50:44: Vielen Dank.

00:50:45: Und zusammen sind wir

00:50:46: ...

00:50:59: Schleswig-Holstein.

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